Die Gesellschaft – was hält sie, was treibt sie auseinander?

 

Der Bielefelder Soziologe Prof. Wilhelm Heitmeyer leitet das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, das 1996 gegründet wurde.

Die Arbeiten des Instituts konzentrieren sich auf theoretische und empirische Analysen sowohl konstruktiver wie destruktiver Konflikte und ihrer Folgen. Insbesondere die Ausmaße und Ursachen von Gewalt stehen im Mittelpunkt der Arbeit.

 

Heitmeyer sucht nach den Ursachen von Gewalt in der Gesellschaft. Seit den achtziger Jahren beschäftigt ihn, wie Integration und Desintegration zusammenhängen und weshalb Ausgrenzung zu Aggressionen führt. Heitmeyer will wissen, was in der Mitte der Gesellschaft geschieht:

Jede Gesellschaft hat die Aufgabe, wenigstens drei Integrationsprobleme für Alteingesessene wie Einwanderer zu lösen. Erstens stellt sich das Problem des Zuganges zu Arbeit und Wohnungsmarkt, also zu den materiellen und kulturellen Gütern, zweitens die Teilnahmemöglichkeiten an öffentlichen Angelegenheiten und drittens geht es um stabile soziale Zugehörigkeiten.

Mehr denn je stellen sich inzwischen Fragen nach Desintegrationsgefahren für Einzelne wie für Gruppen mit allen Folgen der Abwertung, Diskriminierung bis hin zur Gewalt.